Schimmel vermeiden
Der Nachweis nach DIN 4108-2 verlangt an der ungünstigsten Stelle einen Temperaturfaktor von mindestens 0,70 — das entspricht einer Oberflächentemperatur von 12,6 °C. Wir zeigen, ob die Konstruktion das schafft.

Leistungen · Unabhängig von Förderung
Balkonplatte, Fensterlaibung, Rollladenkasten, Sockel: An solchen Stellen fließt Wärme schneller nach außen als durch die Fläche daneben. Wir rechnen sie durch — gegen Schimmel, gegen Wärmeverlust und für einen günstigeren Effizienzhaus-Nachweis.
Kurz gesagt: Wärmebrücken sind Bauteilstellen, an denen mehr Wärme entweicht als in der umgebenden Fläche — dort wird die Innenoberfläche kalt, und es kann schimmeln. Die Wärmebrückenberechnung ermittelt diese Verluste rechnerisch, weist den Schimmelschutz nach und senkt beim Effizienzhaus-Nachweis den pauschalen Zuschlag.
Eine gedämmte Wand ist wie ein Wintermantel. Wärmebrücken sind die Stellen, an denen der Mantel offen steht: wo die Betondecke des Balkons durch die Wand nach außen läuft, wo der Fensterrahmen auf dem Mauerwerk sitzt, wo die Kellerdecke auf die Außenwand trifft. Dort fließt Wärme schneller ab — und die Innenoberfläche wird kälter als der Rest der Wand.
Das hat zwei Folgen. Die eine ist Energie: Bei einem gut gedämmten Haus können Wärmebrücken einen spürbaren Anteil des gesamten Wärmeverlusts ausmachen. Die andere ist Feuchtigkeit: Fällt die Oberflächentemperatur unter einen bestimmten Wert, kondensiert Raumluftfeuchte an der Wand, und Schimmel findet Nahrung — typischerweise in der oberen Raumecke oder hinter dem Schrank an der Außenwand.
Die Wärmebrückenberechnung macht beides sichtbar, bevor gebaut wird. Für jeden Anschluss ermitteln wir den längenbezogenen Wärmedurchgang (den Ψ-Wert) und die niedrigste Innenoberflächentemperatur. Ergebnis ist ein Nachweis, der drei Fragen beantwortet: Ist die Konstruktion schimmelsicher? Wie groß ist der Verlust? Und darf im Effizienzhaus-Nachweis ein geringerer Zuschlag angesetzt werden?

Der Nachweis nach DIN 4108-2 verlangt an der ungünstigsten Stelle einen Temperaturfaktor von mindestens 0,70 — das entspricht einer Oberflächentemperatur von 12,6 °C. Wir zeigen, ob die Konstruktion das schafft.
Ohne Nachweis rechnet der Effizienzhaus-Nachweis mit einem pauschalen Zuschlag von 0,10 W/(m²·K). Mit Gleichwertigkeitsnachweis sinkt er auf 0,05 oder 0,03 — oft der Unterschied zwischen zwei Effizienzhaus-Stufen.
§ 24 GModG verlangt, Wärmebrücken im Energiebedarfsnachweis zu berücksichtigen. Wer weniger als den Pauschalwert ansetzt, muss es belegen — die BEG verlangt den Nachweis ausdrücklich.
Aus der Berechnung entstehen Ausführungsdetails für Handwerker: Wie weit muss die Dämmung in die Laibung? Wie wird die Balkonplatte thermisch getrennt? Das spart Diskussionen auf der Baustelle.
Das Gesetz lässt die Wahl, wie genau man rechnet. Je genauer, desto mehr Aufwand — und desto geringer der Zuschlag, den der Energiebedarfsnachweis für Wärmebrücken ansetzen muss.
| Nachweis | Zuschlag ΔUWB | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Pauschal, ohne Nachweis | 0,10 W/(m²·K) | Keine — der Nachweis rechnet den ungünstigsten Fall |
| Pauschal bei überwiegender InnendämmungMehr als die Hälfte der Außenwand innen gedämmt. | 0,15 W/(m²·K) | Keine |
| Gleichwertigkeitsnachweis, Kategorie A | 0,05 W/(m²·K) | Alle Anschlüsse entsprechen den Referenzdetails der Kategorie A aus DIN 4108 Beiblatt 2 |
| Gleichwertigkeitsnachweis, Kategorie B | 0,03 W/(m²·K) | Alle Anschlüsse entsprechen den anspruchsvolleren Details der Kategorie B |
| Detaillierter Nachweis | rechnerischer Wert | Ψ-Wert jedes Anschlusses einzeln berechnet und über die Längen aufsummiert — meist unter 0,03 |
Maßgeblich ist die Ausgabe 2019-06 des Beiblatts 2 zur DIN 4108, die die Kategorie B eingeführt hat. Beim Effizienzhaus-Nachweis gilt: Wird ein Zuschlag unter 0,10 angesetzt, ist der Gleichwertigkeitsnachweis oder die detaillierte Berechnung stets erforderlich. Das Referenzgebäude des Gesetzes rechnet mit 0,05 — wer pauschal 0,10 ansetzt, startet also mit einem Handicap.

Für den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 wird an der ungünstigsten Stelle der Konstruktion der Temperaturfaktor fRsi berechnet. Er muss bei Standardbedingungen — 20 °C Raumluft, 50 % relative Feuchte, −5 °C außen — mindestens 0,70 betragen; das entspricht einer Oberflächentemperatur von 12,6 °C. Darunter steigt die Oberflächenfeuchte über 80 %, und Schimmel wächst. Anschlüsse, die den Referenzdetails des Beiblatts 2 entsprechen, gelten ohne weiteren Nachweis als ausreichend; alle anderen rechnen wir einzeln.
Fensteranschlüsse in ungedämmter Laibung, Rollladenkästen, durchlaufende Balkonplatten, Kellerdecken-Anschlüsse am Sockel, Heizkörpernischen, Deckenauflager und Attiken. Bei der Sanierung kommen Stellen dazu, an denen neue Dämmung auf alte Bauteile trifft — etwa wo die Fassadendämmung am Dachüberstand endet. Genau diese Übergänge planen wir, bevor die Dämmung geklebt wird.
Stand der Angaben: 03.09.2026. Quellen: GModG § 24 — Einfluss von Wärmebrücken · dena Gebäudeforum — Wärmebrücken · dena Gebäudeforum — Mindestwärmeschutz · BEG-WG-Richtlinie vom 17.07.2026 (BMWE). Fördersätze und Fristen ändern sich — verbindlich ist immer die jeweils gültige Richtlinie.
Immer dann, wenn der Effizienzhaus-Nachweis knapp ist. Der Sprung von 0,10 auf 0,05 W/(m²·K) senkt den rechnerischen Wärmeverlust der Hülle spürbar — bei einem kompakten Einfamilienhaus kann das entscheiden, ob die Stufe 55 erreicht wird oder nur 70. Da hängen Tilgungszuschuss und Kreditkonditionen dran.
Der zweite Fall ist die Innendämmung: Dort ist der Pauschalwert mit 0,15 besonders hoch, und die Anschlüsse sind bauphysikalisch heikel. Rechnen ist hier keine Kür.
Beides hat seinen Platz. Die Wärmebildkamera zeigt am bestehenden Gebäude, wo Wärme austritt — sie findet Schwachstellen und fehlende Dämmung, funktioniert aber nur bei kaltem Wetter und beheiztem Haus und misst nichts, was noch nicht gebaut ist.
Die Berechnung arbeitet mit der geplanten Konstruktion. Sie sagt, wie ein Anschluss sich verhalten wird, und liefert den Nachweis, den Förderstelle und Gesetz verlangen. Bei der Sanierung nutzen wir oft beides: Thermografie zur Diagnose, Berechnung für die Planung.
Der Psi-Wert (Ψ) ist der längenbezogene Wärmedurchgangskoeffizient einer Wärmebrücke, in Watt je Meter und Kelvin. Er beschreibt, wie viel zusätzliche Wärme je laufendem Meter Anschluss verloren geht — zusätzlich zu dem, was die angrenzenden Flächen ohnehin verlieren. Ein gut geplanter Fensteranschluss liegt nahe null, ein durchlaufender Balkon kann deutlich darüber liegen. Multipliziert mit der Länge aller Anschlüsse ergibt sich der Gesamtverlust durch Wärmebrücken.
Sie hilft, die Ursache zu verstehen. Wir rechnen den Anschluss nach und sehen, ob die Oberflächentemperatur dort bauartbedingt zu niedrig ist — oder ob das Problem eher bei Lüftung und Nutzung liegt. Beides kommt vor, oft in Kombination.
Ist es eine echte Wärmebrücke, zeigt die Rechnung auch, welche Maßnahme sie behebt: Außendämmung, ein Dämmkeil innen, ein anderer Fensteranschluss. Die eigentliche Schimmelbeseitigung machen Fachbetriebe, die Ursachenanalyse wir.
Für die BEG-Förderung von Dämmung oder Fenstern gehört die Planung der Anschlüsse zur geförderten Fachplanung und Baubegleitung. Einen formalen Gleichwertigkeitsnachweis verlangt die Einzelmaßnahme nicht — aber die technischen Mindestanforderungen verlangen, dass Wärmebrücken vermieden werden. In der Praxis heißt das: Wir zeichnen die Details und prüfen sie, die volle Berechnung braucht es nur, wo es knapp wird.
Weitere Antworten finden Sie in unseren häufigen Fragen.
Schicken Sie uns die Details — wir sagen Ihnen, welche gerechnet werden müssen und welche mit einem Referenzdetail auskommen.
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